NovDez.2014 099BewegendOffen

Bewegend im Sinne von:

  • Bereitstellung von Materialien, die dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder entgegen kommen und ihnen die Möglichkeiten zum Schaukeln, Drehen, Wippen, Balancieren und Fahren geben. Wichtig ist, dass diese Materialien und genügend Freiraum zur Verfügung stehen und in allen Räumen des Kindergartens genutzt werden können.
  • häufige Nutzung der Bewegungsmöglichkeiten im Freien, z.B. auf dem Kindergartenhof und dem angrenzenden Schulhof, im Wald, auf Spielplätzen
  • speziellen sportlichen Bewegungsangeboten in der Turnhalle der Grundschule, welche die oben genannten Bewegungen besonders beinhalten
    (Donnerstagnachmittags)
  • Eigenaktivität, Entwicklung und Umsetzung von Ideen im Team
  • raus aus dem Kindergarten und zwar nicht nur um die Natur zu erleben, sondern auch um die Grundidee unserer pädagogischen Arbeit an viele andere Menschen weiter zu geben
  • Flexibilität und Spontaneität, um sich den Bedürfnissen von Kindern (und Eltern) stellen zu können
  • Auseinandersetzung mit Eltern, Kollegen/innen und Interessierten, um der pädagogischen Arbeit unseres Kindergartens höheren Stellenwert zu geben
  • Bewegung der Eltern hin zum Kindergarten, um aktiv mit zu arbeiten

Offen im Sinne von:

  • offen sein für Ideen und Anregungen der Kinder
  • offen sein für Eltern, um ihnen die Möglichkeit zur aktiven Mitarbeit zu geben
  • freie Nutzung der Räumlichkeiten, Spielorte und Materialien durch die Kinder, ohne dass stets ein Erwachsener dabei ist
  • offen sein für pädagogische Veränderungen
  • offen sein für Institutionen und interessierte Menschen, auch und vor allem im Stadtteil
  • offen sein, um Menschen mit und ohne Behinderung im Kindergarten zu integrieren
  • offen sein für Familien, deren Wunsch es, ist Kinder bis zu 45 Stunden in der Woche betreuen zu lassen

 

 

Arbeitsschwerpunkte

Entwicklungsdokumentation

Die Bildungsvereinbarung NRW sieht vor, dass die Entwicklung jedes Kindes schriftlich dokumentiert werden muss, sofern die Eltern dies durch ihre Unterschrift erlauben.
Diese Dokumentation nimmt in unserer Arbeit einen breiten Raum ein. Beobachtungen werden in vielfältiger Weise getätigt und ausgewertet.
Folgende Gesichtspunkte sind uns dabei wichtig:

Die Eingewöhnungszeit

Gerade in den ersten Tagen und Wochen werden die Kinder intensiv beobachtet. Dabei achten wir vor allem darauf, wie sich ein Kind von seinen Bezugspartnern löst und sich in den ersten Tagen verhält. Des Weiteren schauen wir, ob sich das Kind bereits anderen zuwendet oder sich noch in der Beobachtungsphase befindet.

Momentaufnahmen

Hierbei handelt es sich um spontane Beobachtungen oder kurze schriftliche Zusammenfassungen von Situationen. Diese bilden wiederum den Hintergrund für unser „Ganzheitliches Bildungsdokumentationsprogramm“ (GaBiP). Die sogenannten „Momentaufnahmen“ werden ca. einmal monatlich vorgenommen.

GaBip

Hierbei handelt es sich um ein Computerprogramm, dass die Bereiche
sozial-emotional, Motorik, Kognition und Sprache abfragt. Wichtig dabei ist, dass wir durch das Programm immer an der positiven Entwicklung des Kindes orientiert sind. Wir können aus mehr als 200 Fragen alle relevanten Bereiche zu jeder Zeit abrufen.
So ist es möglich, einzelne Bereiche herauszugreifen, um Berichte zu erhalten. Denn: Sie erhalten keinen „Ankreuzbogen” sondern einen schriftlichen Bericht. Diese eignen sich somit auch zur Vorlage bei Ärzten und Therapeuten.

Alle von uns durchgeführten Beobachtungen dienen ebenso der Vorbereitung auf Elterngespräche.
Aufgrund des oben beschriebenen Programms sind wir immer in der Lage (auch kurzfristig), Gespräche zu bestimmten Themen zu führen.

Vorbereitung auf die Grundschule
Erlangen der Schulfähigkeit

Der Kindergarten sieht die gesamte Kindergartenzeit als Vorbereitung auf die Grundschule.
Die gesamte Konzeption ist darauf ausgerichtet, dass die Kinder die Schulfähigkeit erlangen.
Aber wann ist ein Kind fähig die Schule zu besuchen?

„Ein Kind ist schulfähig, wenn es spielfähig ist.
Kinder sollten nicht mit fünf Jahren
Buchstaben lernen, sondern Bewegungsspiele, Fingerspiele, Tanzspiele, Rollenspiele
und Konzentrationsspiele.
Ganz nebenbei werden die notwendigen Kompetenzen
erlernt, aber nicht als aufgesetztes Programm.“
Kinderpsychologe Dr. Armin Krenz

Aus diesem Grund gibt es in unserem Kindergarten keine allwöchentlichen Schulkinderangebote!!!
Eine sehr gute Vorbereitung auf die Schule ist unser Projekt “Schule Live“.
Die „Schulkinder” des Kindergartens besuchen drei Tage die Grundschule. Dort erleben sie Unterricht hautnah.

Zusammenarbeit mit der Grundschule

  • Die Teams von Kindergarten und Grundschule treffen sich regelmäßig zu Gesprächen. Gemeinsam mit den anderen Eichener Kindergärten findet 1x jährlich eine Konferenz zum gemeinsamen Austausch mit der Schule statt.
  • In jedem Schuljahr wird der Unterricht einer ersten Klasse mindestens einmal besucht. Außerdem spielen die Vorschulkinder häufig in den Pausen auf dem Schulhof, um sich an diese besondere Situation zu gewöhnen.
  • Schule Live
    Das heißt, eine Woche Unterricht, wie in der Schule. Von Deutsch bis Englisch ist alles dabei! Buchstaben und Zahlen werden ebenso eingeführt, wie erste Wörter auf Englisch erlernt werden. Die Kinder haben täglich vier Stunden Unterricht: Eben „Schule Live”

Öffentlichkeitsarbeit

Der Kindergarten betreibt eine intensive Medienarbeit. Er präsentiert seine Arbeit in vielfältiger Weise nach außen.
In der Vergangenheit wurde bereits mehrmals über unsere Kindergartenarbeit im Radio (Projekt: Spielzeugfreier Kindergarten, Spielplatzprojekt, Weihnachtssendung), in der Presse (siehe hierzu die Presseberichte im Anhang) und im Fernsehen (Spielzeugfreier Kindergarten) berichtet.
Die Mitarbeiter/innen stehen Institutionen, Schulen und Kollegen/innen für Veranstaltungen/Hospitationen zur Verfügung. So besucht uns z.B. in jedem Schuljahr die Fachschule für Sozialpädagogik und die Gesamtschule Siegen mit ihrem Leistungskurs Erziehungswissenschaften. Themen sind hier vor allem die Konzeption des Kindergartens, „Spielzeugfreier
Kindergarten“ , „Draußen sein mit Kindern“ und „Männer in der Elementarerziehung“.

Elternarbeit

Den Eltern soll die Gelegenheit gegeben werden, aktiv am Kindergartengeschehen teilzunehmen. Es besteht immer die Möglichkeit zu Besuchen in der Gruppe bzw. zur Übernahme von Aktivitäten mit den Kindern. Der Kindergarten bietet regelmäßig die Möglichkeit zu Elterngesprächen.

Spracherziehung

In enger Zusammenarbeit mit einer Praxis für Logopädie haben wir viele Sprachspiele im Kindergarten, die man sonst nur in der logopädischen Arbeit wiederfindet.
Im Vordergrund stehen hier drei Bereiche:

  • Erweiterung des Wortschatzes
  • Grammatik
  • erkennen von Buchstabenstörungen

Zusammenarbeit mit Institutionen

Der Kindergarten arbeitet mit folgenden Institutionen zusammen:

  • Grundschule Eichen
  • Stadtjugendpflege der Stadt Kreuztal; Ferienspielkalender, kollegialer Austausch.
  • Fachschule für Sozialpädagogik; s. Öffentlichkeitsarbeit
  • Gesamtschule; s. Öffentlichkeitsarbeit
  • Arbeitskreis der städt. Kindergärten
  • Kindergärten Regenbogen und Südstraße im Rahmen der Einschulungskonferenz
  • Logopäden und Ergotherapeuten, die Kindergartenkinder betreuen

Integration von Menschen mit und ohne Behinderung

Kindergarten ist ein Ort an dem viele verschiedene Menschen einen großen Teil ihres Tages miteinander verbringen.
Jeder dieser Menschen bringt seine individuelle Art in diesen Tagesablauf mit ein.
Zu diesen Menschen gehören Kinder, die ein Handicap haben. Diese Handicaps können verschiedenster Art und Weise sein. Oftmals handelt es sich hierbei um Kinder mit einer Behinderung. In den vergangenen Jahren besuchten z.B. Epileptiker, Kinder mit Körper- oder Sprachbehinderungen, Diabetiker und Hörbehinderte unseren Kindergarten.
Unser Ziel ist es, diesen (und allen anderen) Kindern einen „geschützten Rahmen“ zu bieten. Unsere gesamte pädagogische Arbeit ist darauf ausgerichtet, alle Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Beeinträchtigung, in der Gruppe zu integrieren.
Ein Hauptbestandteil des Erfolges dieser Arbeit finden wir in dem Begriff: Vertrauen!
Durch das Vertrauen, das wir in die Kinder setzen, werden die Kinder untereinander in die Lage versetzt, sich gegenseitig zu vertrauen.

Mit-Bestimmung
Mit-Beteiligung

Im Jahr 2012 trat das „Bundeskinderschutzgesetz“ in Kraft. Dieses Gesetz verpflichtet alle Kindertageseinrichtungen, die Mitbeteiligung der Kinder am Alltagsgeschehen zu gewährleisten.
Unter Mitbeteiligung im pädagogischen Sinn versteht man die Einbeziehung von Kindern bei allen das Zusammenleben betreffenden Ereignissen und Entscheidungsprozessen.

Ziele von Mitbestimmung:

  • Sicherung der Rechte der Kinder
  • Das Recht auf Beteiligung/Beschwerde
  • Das Erlernen von Demokratie in der Gesellschaft
  • Ein partnerschaftliches, gleichberechtigtes und demokratisches Zusammenleben erleben und erlernen
  • Die angstfreie Äußerung der eigenen Meinung
  • Das Erlangen eines hohen Maßes an
    Selbstbestimmung und Selbständigkeit
  • Die Mitgestaltung des Kindergartenalltags
  • Die Wahrnehmung des Beschwerderechts
  • Die Abstellung des Gefährdungspotentials bei Kindeswohlgefährdung

Beschwerderecht

Jedes Kind hat in unserer Einrichtung das Recht sich “zu beschweren“. Diese Beschwerde kann es an das gesamte Team, ein Teammitglied, ein anderes Kind oder an seine Erziehungsberechtigten richten.
Die Erwachsenen müssen den Kindern dieses Recht einräumen! Jede Person ist an der (Weiter-) Entwicklung dieses Beschwerderechts beteiligt und so Teil des Ganzen.
Dies geschieht unter Einbeziehung der Eltern und zum Wohle des Kindes.

Wird eine Beschwerde an die Kindertageseinrichtung gerichtet, werden wir

  • die Beschwerde annehmen,
  • die Beschwerde bearbeiten,
  • die Beschwerde analysieren,
  • den Erfolg der Beschwerde (transparent) kontrollieren.

Hierbei ist uns wichtig, dass keine Konflikte gescheut werden. Ziel ist es, nach praktikablen Lösungen für alle Beteiligten zu suchen. Wir unterteilen dabei folgende Stufen:

  • Information
  • Mitsprache
  • Mitentscheidung
  • Mitbestimmung

Wann habe ich ein Beteiligungs- u. Beschwerderecht?

Grundsätzlich immer!
Die Kinder lernen, dass die Hauptmöglichkeiten in der Morgen- und Abschlussrunde bestehen.
In der Morgenrunde dürfen die Kinder den Tagesablauf mitbestimmen, Wünsche, Anregungen und Kritik äußern und besprechen, welche Regeln aktuell gelten und warum.
In der Abschlussrunde dürfen die Kinder gemeinsam über den Vormittag sprechen, ein positives und ein negatives Erlebnis vom Tag erläutern und Ideen, Wünsche und Anregungen für den kommenden Tag machen.

Wem darf ich etwas sagen?

Den Mitarbeiter/innen.
Den Eltern.
Anderen Kindern.

Was darf ich sagen?

Grundsätzlich alles! Dabei lernen die Kinder, sich auf wichtige Dinge zu beschränken

Wie darf ich etwas sagen?

Die Kinder beachten erlernte (Gesprächs-) Regeln.
Niemand darf beleidigt werden!
Niemand darf in seinen persönlichen Rechten eingeschränkt werden.

Kindeswohlgefährdung

Ein besonderer Punkt ist die „Beteiligung“ im Falle einer Kindeswohlgefährdung. Kindertageseinrichtung und Träger sind aufgrund der gesetzlichen Vorgaben verpflichtet, bei Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung diesen nachzugehen.
Grundlage hierfür ist das vom Träger entwickelte Kinderschutzkonzept.
Die Erziehungsberechtigen müssen in dieser Situation mit einbezogen werden, außer, dies hat negative Auswirkungen für das Kind.

Die Rolle der Mitarbeiter/innen

Als Mitarbeiter höre ich den Kindern zu, nehme sie ernst und biete mich gegebenenfalls als Helfer/in bei der Lösung des Problems an.
Ich unterstütze die Kinder durch Projekte in ihrer Entwicklung hin zur Beteiligung.
Bei einem Hinweis auf Kindeswohlgefährdung werde ich diesem Hinweis, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben, nachgehen.

Die Rolle der Erziehungsberechtigten

Als Erziehungsberechtigter höre ich zu, nehme die Kinder ernst und biete mich gegebenenfalls als Helfer bei der Lösung des Problems an oder vermittle zu den Mitarbeiter/innen oder anderen Kindern.
Bei einem Hinweis auf Kindeswohlgefährdung werde ich diesem Hinweis, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben, nachgehen.

Kreuztal-Eichen, 04.10.2014